Eine Amme – die Lösung aller Stilldilemma?

Ich war schon überrascht, als ich gehört habe, dass es so etwas wie eine „Frauenmilchsammelstelle“ gibt. Hier wird Muttermilch von Frauen, die „mehr Milch haben, als ihr Kind benötigt“ abgeholt und dann per „ärztlicher Verordnung“ an Babys verteilt.

Aber noch überraschter war ich, als ich von den Ammen der Gegenwart gelesen habe:

Claire Gordon schreibt in der Huffington Post:

Wet nursing is a growing industry too, but a mostly invisible one

Die Huffington Post berichtet auch über die Agentur „Certified Household Stuffing“ in Los Angeles, die „wet nursing“ bereits vor ca. 10 Jahren in ihr Angebot aufgenommen hat.

Könntealso eine Amme die Lösung für alle Stilldilemma sein?

feministe hat sich schon 2008 kritisch mit dieser Frage auseinandergesetzt. Frauen, die Ammen mieten, werden in dem Artikel klar verurteilt.

Women of privilege hire wet nurses because they want to continue working, and provide the best possible nutrition for their child.  That this is exploitation, so that they can achieve their goals is something that is not considered.

Ist es per se Ausbeutung eine Frau für das Stillen eines Kindes zu bezahlen?

Mich erinnert die Debatte ein wenig an die Diskussionen rund um das Thema Leihmutterschaft. Sie wird in Europa viel negativer bewertet (und ist in 15 der 27 EU Staaten verboten) als in den USA. Auch Ammen gibt es meines Wissens in Europa offiziell bisher nur in Großbritannien.

Doch auch wenn meiner Ansicht nach eine Frau, die mit dem Stillen eines fremden Babys Geld verdient, nicht unbedingt eine ausgebeutete Frau sein muss, würde ich doch eher zur Milchflasche greifen als zur Ammenbrust.

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2 Gedanken zu “Eine Amme – die Lösung aller Stilldilemma?

  1. Ich halte das nicht für Ausbeutung, mit welcher Begründung sollte es das denn sein?

    Wenn Ammen angemessen bezahlt werden, wäre das ganz im Gegenteil ein gutes Geschäftsmodell für Mütter von kleinen Kindern, die keine Zeit für einen 8-Stunden-Job haben.

  2. Ich hätte den Gedanken, dass eine mir fremde Frau mein Kind an die Brust nimmt, als seltsam empfunden. Diese Idee verursacht bei mir ein ungutes Gefühl, ich hätte das nicht haben wollen. Für meine Begriffe ist das ein unangemessener Kontakt und sollte nur zwischen Mutter und (leiblichem) Kind stattfinden, maximal noch Adoptivkind.

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