Skurriles aus der Welt des Konsums: die Bipa Babybox

Heute in einer Bipafiliale. Ich möchte einen Gutschein für eine Babybox einlösen.

Die Verkäuferin fragt mich: „Ist das ein Bub oder ein Mädchen?“

Ich: „Ein Mädchen.“

Sie: „Blöd, denn ich habe nur die Box für Buben da.“

Ich sage ihr, dass sei egal und sie solle mir doch einfach die Box für Buben geben. Sie erklärt mir, dass gehe nicht, denn sie kann auf meine KundInnenkarte nur die Box für Mädchen buchen. Auf der Karte sei gespeichert, dass mein Kind ein Mädchen ist. Die Bubenbox lässt sich daher nicht „drüberziehen“. Ich bin erstmal sehrh überrascht, wie viele Daten die von uns haben, aber da hätte ich mich wohl von Anfang an nicht zu dieser KundInnenkarte hinreißen lassen dürfen.

Die Verkäuferin findet das mit der Buben- und Mädchenbox dann scheinbar selbst ziemlich skurril und drückt mir das Ding in die Hand. Ich bin neugierig, was sich denn in der Bubenbox so bubenmäßiges befindet.

Zuhause lüftet sich das Geheimnis:

Ich weiß nicht, was davon für Buben und nicht für Mädchen bestimmt sein soll. Das liegt aber bestimmt auch daran, dass wir die Bubenbox für ein Mädchen bekommen haben und nicht umgekehrt. Denn sogenannte Bubensachen wirken ja normalerweise geschlechtlich „unmarkiert“ oder „neutral“, während sogenannte Mädchensachen extrem geschlechtlich markiert wirken und sie einem Buben nicht zuzumuten sind.

Am meisten erstaunt mich an dieser Geschichte, wie viel Aufwand von Seiten eines Unternehmens betrieben wird um schon bei den Allerkleinsten zwischen den Geschlechtern zu unterscheiden. Von der Datenspeicherung bis zum Kassensystem ist alles darauf ausgerichtet, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern eingehalten wird.

Nach diesem Erlebnis tut es mir doppelt Leid, dass ich Ihnen meine Daten gegeben habe.

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Ein Gedanke zu “Skurriles aus der Welt des Konsums: die Bipa Babybox

  1. Meine Erklärung, warum Unternehmen Sachen produzieren, die eindeutig für Mädchen oder für Jungen gedacht sind, und nur selten für beide Geschlechter: Das bringt ihnen mehr Umsatz bzw. Gewinn. Kinderklamotten werden in der Familie weitergegeben, wenn sie zu klein geworden sind. Oder günstig auf Basaren weiter verkauft. Und wenn es genug Dinge gibt, die nur zu einem Geschlecht passen, wird mehr neu gekauft. Weil der kleine Bruder nicht die Pullis mit Rüschen von der Schwester tragen soll oder das Mädchen den Pulli mit Bagger drauf. Meine Tochter trägt übrigens gerne Pullis mit Autos drauf. Aber ich kenne genug Mütter, die ihren Töchtern sowas nie anziehen würden.

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