Was? Das Kind ist schon in der Krippe?

Wir haben es irgendwie geschafft einen Krippenplatz zu ergattern. Die von fuckermothers beschriebenen Erfahrungen gelten teilweise auch für Wien. Vor allem sind die Vergabekriterien für die Plätze total undurchsichtig. Bei unseren „Krippentouren“ hatte ich immer das Gefühl, wir sind als Familie bei einem Vorstellungsgespräch. Und die Frage „Warum sind sie nicht schon in der Schwangerschaft gekommen?“ konnte ich bald nicht mehr hören.

Nun gut, letztendlich hat es ja irgendwie geklappt. Zum Glück. Die Eingewöhnung ist super verlaufen (die wussten, wie sie das organisieren!). Kurz gesagt: wir sind alle zufrieden.

Mutter-Kind-Beziehung

Gäbe es da nicht dieses konservative „Ideal“ der Gestaltung der Mutter-Kind-Beziehung, das permanent an mich herangetragen wird. Es kommt ungefähr so daher: nach einer „natürlichen“ (=vaginalen) Geburt, wird das Kind solange gestillt (und getragen) wie das Kind (und der Mann und das restliche Umfeld) das möchte. Mama (und bitte nur Mama) bleibt zumindest bis zum dritten Lebensjahr des Kindes „zuhause“ (=erwerbsarbeitet nicht). Wenn es das Einkommen des „Alleinverdieners“ ermöglicht, gerne auch länger.

Abweichungen von diesem Ideal müssen entweder mit Not entschuldigt („Ich muss arbeiten, wir können uns das sonst nicht leisten“) oder permanent gerechtfertigt werden. Mir ist bewusst, dass die Mehrheit der Familien dieses Ideal nicht lebt, aber davon lässt sich ja ein Ideal nicht (so schnell) beeindrucken. Der gesellschaftliche Normierungsdruck wirkt und wirkt und wirkt.

Wie soll ich reagieren, wenn mir eine AHS Lehrerin erzählt, dass sie bei Schüler*innen, die bereits so früh „weggegeben“ wurden, soziale Defizite erkennen kann und sie die Krippenkinder unter allen Kindern identifizieren kann?

Oder wenn die Nachbarin der Eltern am Land mich fragt, ob ich denn so hoch qualifiziert sei, dass das Kind schon in die Krippe müsse?

Oder wenn eine Frau, die ich zum ersten Mal sehe, mich fragt, wie ich emotional damit klar komme, dass ich mein Kind schon so früh* weggebe.

(* „so früh“ bedeutet in unserem Fall mit 12 Monaten – in vielen anderen Kontexten, wäre das vielleicht „so spät“.)

Mediale Darstellung

Wie gesagt, ich bin zufrieden. Rundum zu frieden. Solange ich keine Mainstream-Zeitungen aufschlage. Denn dort wird das Thema Eingewöhnung meist ungefähr so verhandelt: Ein armes Häuffchen Elend sitzt in einer Ecke und schluchzt den ganzen Vormittag vor sich hin. Das bemerkt noch nicht einmal eine Betreuerin, denn die hat so viel zu tun, dass sie sich nicht um jedes Kind „individuell“ kümmern kann. Das Personal ist in vielen Krippen nicht ausreichend und die Bedingungen sind sicher nicht immer ideal. Aber darauf wollen die Medien eher selten hinaus. Ziel dieser Darstellung ist meines Erachtens meist der Hinweis, dass das Kind hier eigentlich nicht sein sollte.  Etwas schöner formuliert klingt das dann zum Beispiel im onlinestandard so:

„Der kleine Bub wackelt durch den Raum. Greift nach einem Spielzeughandy, drückt es ans Ohr, plappert drauf los. Es ist der erste Tag, den er ohne seine Mutter in der Kinderkrippe verbringt. Das gespielte Telefonat mit Mama hilft, die Trennung zu ertragen. Der Bub ist gerade einmal 18 Monate alt.“

Klingt nicht ganz so furchtbar, aber auch hier wird deutlich: 18 Monate ist zu früh für die Krippe und die Mutter als erste Bezugsperson sollte eigentlich bei dem Kind sein.

Die Mainstreammedien schreiben viele Dinge, die ich kaum aushalte und meist einfach nicht lese. So soll ich es auch mit der Krippenfrage halten. Aber hin und wieder, wenn mal wieder einer dieser Artikel durchs Internet gereicht wird, schaffe ich es einfach nicht wegzuschauen. Und als jüngst der Artikel „Ihr Kinderlein, kommet: Der Zwang zur Krippe“ die Runde machte, stimmte mich besonders nachdenklich, wie Jesper Juul hier als Krippengegner instrumentalisiert wird.

Vor der Eingewöhnung des Kindes, dachte ich, es wir in jedem Fall tränenreich und schrecklich werden, aber wir werden das schon irgendwie schaffen. Im Nachhinein wundert mich diese Erwartungshaltung. Es war nicht tränenreich und schrecklich. Es war behutsam und einfühlsam und das Kind ging vom ersten Tag an gerne in die Krippe.

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16 Gedanken zu “Was? Das Kind ist schon in der Krippe?

  1. redest du von privaten nicht subventionierten krippen? ich wurde bei den krippenbesichtigungen der öffentlichen kindergärten/krippen immer aufs magistrat verwiesen. und dort auf die jeweilige einschreibungskampagne im frühjahr – d.h. während der schwangerschaft hätte ich das kind ja noch gar nicht anmelden können, weil es ja noch keine sozialvers.nr. usw. hatte. insofern hatte ich auch nicht das gefühl von vorstellungsgesprächen, weil die betreuerinnen (nur w, ja) zwar alle sehr sehr nett waren, aber entschieden würde nach „streng geregelten kriterien“ im magistrat. dort sind wir dann zur anmeldung und aktivierung der anmeldung persönlich hin („sie können sich auch übers internet anmelden, oder per post. wir haben aber keinen einfluss auf die anmeldung und können niemanden bevorzugen, aber natürlich ist es besser, wenn sie persönlich vorbeischauen…“). die kriterien schauen so aus, dass unsere wunschkrippe (die am nächsten bei unserer wohnung liegt) auch die wunschkrippe von halb wien sein dürfte. jährlich weisen sie rund 200 kinder ab. wohnortnähe, berufstätigkeit der eltern und keine privaten betreuungsmöglichkeiten reichen hier nicht aus, so scheint es. wirklich ärgerlich. allerdings haben wir in der privaten (subventioniert und drum auch kostenlos) krippe sofort einen platz bekommen. das hat mich verwundert, weil es ja in wien eben andauernd heißt, am besten schon in der schwangerschaft anmelden…

    • ja, viele private krippen (die aber schon subventioniert sind) schreiben auch ungeborene kinder als „?“ auf ihre Wartelisten. Wenn das Kind dann da ist muss diese Kindergartenkarte gebracht werden. Für die städtischen Krippen kann man sich nur mit Sozialversicherungsnummer anmelden und ich habs auch so erlebt, wie du es beschreibst. nur die „streng geregelten Kriterien“ würde ich gerne mal zu Gesicht bekommen.

  2. Toller Text, Danke! Ich ärgere mich auch immer wieder sehr über die Mainstream-Medien-Berichterstattung und habe das Gefühl, Jesper Juul wird gerade mehrfach für seltsame Dinge instrumentalisiert (u.a. auch dafür, dass Väter „väterlich“ sein sollen und keinesfalls mütterlich, whatever das genau means…).
    Ich bin noch relativ hoffnungsvoll, dass sich in Kreuzberg doch trotz der nervigen Suche noch eine Krippe auftuen wird. Das Gute hier ist, dass es zumindest in dem Bezirk mittlerweile eine Art Norm ist, dass Kinder ab 1 in die Krippe gehen – innerhalb dieser ‚Blase‘ gibt es also wenigstens kaum Kritik und wenig Rechtfertigungsdruck dafür…

    • Ich hab auch schon gehört, dass es in Berlin ziemlich üblich ist Kinder mit +/- einem Jahr in die Krippe zu geben. Dann gibts wahrscheinlich wieder blöde Kommentare, wenn das anders gemacht wird…Alles Gute und viel Energie für die Suche! Hoffentlich findet ihr was passendes!

  3. Danke für den Text! In meiner „Blase“ (Zürich) ist es normal, dass Kinder mit 6 Monaten 2 oder 3 Tage in die Kita gehen. So lange ich nur mit meinen Kolleginnen und Kollegen und den anderen Kita-Eltern rede, ist alles o.k., aber der Duktus dieser Kinder-Mutter-keine-Kita-Artikel provoziert selbst in mir, die eigentlich überzeugt nicht 24×7 mit ihrem Kind verbringt, Schuldgefühle. Dass mein Sohn wegen der Kita spätestens mit 14 ein verlogener ADHS-Krimineller werden wird, merkt man ihm übrigens noch nicht an, er tut so als würde er seine Betreuerin innig lieben und sich über die anderen Kinder aufrichtig freuen – oder vielleicht hat er mit dem Lügen schon begonnen.

  4. Mir wird gerade ganz anders weil ich mich in den ersten drei lebensjahren meines Sohnes ganz genau SO gefühlt habe wie die Autorin des Artikels. Ich vermeide es bis heute, Artikel über MÜtter-Kinder-Väter.-Beziehungen zu lesen weil sie mir jedesmal das Gefühl geben etwas (meist immer wieder etwas anderes, je nach Artikel) falsch zu machen und damit meinem Sohn zu schaden. Da hilft es auch nichts dass Bekannte und Verwandte immer wieder sagen, wir hätten ein tolles Kind – ein unterschwelliges unangenehmes Gefühl bleibt.
    Kind zu früh in die Kita gegeben – mit 12 Monaten?
    Zu fürh abgestillt – mit 6 Monaten?
    Zu früh wieder Vollzeit gearbeitet – mit 6 Monaten?
    Who knows? Und die Diskussion geht ja jetzt weiter, und zwar mit der EInschulung des Kindes mit 5 Jahren in die Grundschule in Berlin (das berliner System schult ja bekanntlich mit 5 Jahren ein).
    Was ich da eher ungewollt schon in berliner Tageszeitungen so lesen durfte stellt eigentlich JETZT schon klar, dass mein Sohn für sein weiteres Leben geschädigt sein wird. Ich ruiniere sowohl ihn als auch seine ZUKUNFTSCHANCEN indem ich ihn jetzt einschule.
    Ganz ehrlich: das macht so keinen Spaß. ALs wäre Muttersein nicht so schon anstrengend genug….
    Musste mal raus, das Ganze, danke für den Artikel der das angestoßen hat!

  5. Okay erstmal zum Text. Sehr wichtig und gut was Du da schreibst. Mensch / Frau muss es wohl leider immer noch und immer wieder betonen.
    ich habe zum Glück sehr viel positivere Erfahrungen gemacht und kann aus meiner Sicht nur sagen, in meiner Realität ist es schon sehr viel besser gelaufen, dank vieler vieler Vorstreiterinnen. Danke!

    Habe mein Kind mit 7 Monaten in die Kleinkindbetreuung bei zwei Tagesmüttern gebracht und sie war von Anfang an sehr zufrieden dort. unserer beziehung hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Sie ist mutig, neugierig, lebendig, verschmust, mitteilsam und was sonst noch alles sehr lebendige Kleinkinder (20 Monate) ausmachen.

    Sie hat auch noch liebe Großeltern die sich an bestimmten Tagen um sie kümmern, auch in ihrem zuhause.

    Mit dem Betreuungsplatz hatte ich ein riesen Glück, da plötzlich etwas frei wurde. Aber hier sind die warte Zeiten auch nicht so riesig. Ich hoffe sehr das andere Städte und Kommunen das auch noch stark ausbauen!

    Und liebe Eltern und Mamas: entspannt euch, wenn ihr seht dass die Tagesmütter oder -väter das gut machen, ja dein seid doch stolz und glücklich auf euer Kind und macht euch keine Sorgen! Dieses alte Denken wie – drei Jahre zuhause bleiben“ ist echt nicht gut. und ihr seid es die die Welt verändert!

    Viel Glück mit den betreuungsplätzen!

    Kiki

  6. Hallo Feministmum,
    ich lese Deinen Blog wirklich sehr gerne.
    Wir wohnen in Basel und haben zum Glück die beste Kita der Welt gefunden! Ich bin unsäglich froh, weil meine Tochter da schon als sehr kleines Baby sehr viel Spaß hatte. Natürlich hab ich auch solche Sprüche gehört und mich enorm geärgert. Das ist immer persönlich. Und ich bin seeeehr zickig geworden und greife mittlerweile die Leute frontal an, die mir blöd kommen. Das ist nicht sehr nett, aber hilft mir mich abzuregen.
    Bei uns steht nun leider ein Umzug an, nach Heidelberg oder Wien. Ist es in Wien wirklich so – sagen wir mal schwierig – eine gute Kita zu bekommen? Das belastet mich doch sehr. Den Eindruck jedenfalls, den ich bei Telefonaten gewonnen habe.
    Wir haben beschlossen, uns also auch genauer in Heidelberg umzuhören. Da habe ich 2 super Kitas gefunden. Sehr teuer, aber die Leute waren wirklich nett und wir fahren nächste Woche hin zur Besichtigung.
    Das Mutterideal, naja, dazu fällt mir echt nix mehr ein. Mein Mann hält davon zum Glück auch nicht viel.
    Aber wenn ihr nun gut in der Krippenwelt angekommen seid, viel Spaß!

    • Es ist auf jeden Fall möglich einen guten Krippenplatz in Wien zu finden (es braucht nur etwas Geduld) und es ist eine sehr tolle Stadt für Kinder und Eltern 🙂 Ich kann es grundsätzlich nur empfehlen nach Wien zu ziehen! Die meisten Plätze sind auch gefördert, also relativ günstig.

  7. Hey, super Text, genauso ist es – wobei der Druck v. a. von anderen Müttern aufgebaut wird im Zuge dieses besch***eidenen Wettbewerbs „Wer ist die beste Mutter“. Habe meinen Sohn mit 2,5 in eine Kita gegeben und musste mir dennoch eben solche Kommentare anhören … Selbst jetzt (normaler Kindergarten) gibt es genügend „Supermütter“, die mir erzählen „MEIN Kind (Blick auf meins) würde da SCHADEN nehmen (wieder Blick auf mein Kind), darum kommt MEIN Kind (wieder Blick auf meinen Sohn) frühestens mit 5 in den Kindergarten, also wenn es WIRKLICH REIF (Blick auf mein Kind) dafür ist.“

  8. Von mir auch noch ein paar Anmerkungen:

    Unser Kind kam mit 8 Monaten in die Krippe. Nach ein paar Wochen sind wir sonntags beim Spazierengehen mal dort vorbei gekommen. Unsere Kleine wollte unbedingt aus dem Buggy aussteigen, weil sie natürlich das Gebäude erkannt hat und offensichtlich gerne rein gehen wollte. Diese Geschichte erzähle ich gerne, wenn mal wieder jemand erstaunt ist, dass sie schon als so kleines Kind in die Krippe ging.
    Und dann stelle ich immer klar, dass beim Thema Kinderbetreuung jede Familie den Weg gehen muss, der für sie richtig ist und es da nichts Allgemeingültiges geben kann. Da stimmt immer jeder zu!
    Und ich finde auch, es steht anderen (auch Verwandten) nicht zu, die Entscheidungen der Eltern bezüglich Kinderbetreuung und Berutstätigkeit zu kritisieren. Sondern das, was die Eltern für ihre Familie entscheiden, sollten andere respektieren.
    In einem anderen Blog las ich kürzlich:
    „Über 40 zu sein hat den Vorteil, dass es einem egal ist, was andere denken / sagen.“ Und diese Haltung finde ich auch in Bezug auf Krippenbetreuung gut. So nach dem Motto: „Uns als Familie geht es damit gut, was andere davon halten, ist egal.“

  9. Pingback: Mutter(un)Glück | Mein Körper ist _

  10. Liebe Mütter! Ich danke Euch alle für die lieben Kommentare. Ich bin auch eine Mutter, die total unter Druck steht, weil ich gewagt habe, meinen Job behalten zu wollen. Ich habe die schlimme Tat begangen, den Kleinen mit 12 Monaten in die Krippe abgeben zu wollen. Jetzt höre ich ständig die Kommentare der (bösen) Schwiegermutter, die sehr gerne die „aller beste Mutter, Oma und Frau“ spielt. Sie hätte ihr Sohn nie abgegeben… Sie hat ihn nämlich bis heute noch nicht abgegeben, obwohl er bereits 40 ist: er hält sich immer noch an ihrem Rock fest. Ich bin voll naive, und frage sie: „Warum, was ist daran so schlimm in der Krippe? Er wird doch gut betreut!“ Obwohl ich Fachärztin bin, muss ich mir einen Vortrag über die psychische Schäden die ich meinem „Liebe bedürftigen“ Sohn verursache, über die Kinderpsychologie, die sie sehr gut kennt und ich nicht (als Mutter und Hausfrau natürlich!). Ich erstaune immer wieder wenn sie sagt: „Ich schiebe ständig da Kind von mir weg“. Mein Gott, 4 Stunden / Tag Krippenbetreuung werden dem Kleinen nicht so schaden können!
    Es gibt nämlich psychisch gestörte Leute, die das „Kind“ nicht einmal mit 40 Jahren weg schieben wollen! Und in dieser Kategorie ist meine liebe Schwiegermutter dabei!

    Ich bin aus Italien, und dort so was gibt es nicht wie in Österreich: die arbeitstätigen Mütter gehen ALLE gleich nach dem Mutterschutz wieder voll in die Arbeit, sie müssen, da es dort keine Karenz über ein Jahr oder länger gibt. Die müssen gehen, und kein Mensch sagt, dass es nicht OK ist. Zu Hause bleiben nur die Mütter die bereits wissen, sie verdienen gleich viel wie die Kinderbetreuung kostet und meinst sind diese auch gleichzeitig schlecht ausgebildet und /oder hängen an ihrem Job gar nicht oder haben gar keinen festen Job.
    Sind die Italiener, die in der Krippe waren häufiger psychisch krank als Erwachsenen, die als Kinder bei der MAMMA zu Hause waren? Ach das wäre eine interessante Studie und trifft nämlich auch meinen Bereich zu, vielleicht mache ich die Studie wirklich, wenn es sie nicht schon gibt…
    Dass die Krippenplätze in Italien dann teuer sind, ist wieder eine andere Geschichte. In Italien zahlt der Stadt keine Förderungen für die privaten Krippenplätze und die staatlichen Kleinkinderbetreuungseinrichtungen sind nicht kostenlos, wie in Österreich, Du bekommst ein Kind und bekommst kein Kinderbetreuungsgeld und kannst gleich dazu 1000 Euro für das und das andere zahlen. Dann fragt man sich warum die Italiener keine Kinder machen … (Fertilitätsrate – Geburten pro Frau- 1,2, wobei um eine Aufrechterhaltung der Bevölkerungsstruktur eine Rate von etwa 2,1 notwendig wäre).

    Ach ich mache schon wieder Vorträge, ich wollte nämlich nur den Müttern gratulieren, die es geschafft haben, sich NICHT von dieser absolut mittelalterlichen Mentalität unterdrücken zu lassen. Dass Österreich ein tolles Beispiel für sozialer Staat ist, muss aber nicht zwingend bedeuten, dass die Mütter die arbeiten müssen/wollen automatisch „Rabenmütter“ sind. Die arbeitstätigen Mütter sind genau so gute (oder schlechten ) Mütter wie die jenige, die zu Hause sind, und die Kinder adaptieren sich an die Situation (bis zu gewissen Grenzen), wenn die Mutter nicht so viel Zeit hat, warten sie, halt. Oder wie soll sonst eine Mutter machen, die 10 Kinder hat, sie kann gar nicht mit allen 10 kuscheln, auch wenn sie zu Hause nur für sie da ist. Aber sie ist zu beschäftigt mit dem Haushalt und hat noch dazu ein Kidergarten zu hause…
    Alles Gute an Euch alle, mutigen Mütter!

  11. Hallo!

    Du sprichst mir aus der Seele!! Auch wir haben uns dazu entschieden unseren Sohn mit 13 Monaten, also ab kommenden Oktober in die Krippe zu geben und ich es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht mit irgendwelchen unreflektierten Kommentaren oder schockgeweiteten Augen konfrontiert bin, wenn die Sprache auf den Krippeneintritt kommt.
    Mein Mann ist Italiener und kann das österreichische Theater um die Sache sowieso nicht nachvollziehen und auch ich (obohol ich Österreicherin bin) glaube, dass es unserem Sohn Spass machen wird.
    Aber an gewissen Tagen nervt mich die belehrende und anklagende Reaktion anderer Mütter oder auch der Kindergärtnerinnen schon sehr. Und je nach Tagesverfassung reagiere ich dann entweder nur mit „wir haben da einen anderen Zugang“ oder mit einem verärgerten Vortrag über die kulturelle Brille und unterschiedliche Meme, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass die meisten keine Ahnung haben wovon die Rede ist.
    Freu mich jedenfalls sehr über deinen Beitrag 🙂 ist ja auch immer schön zu wissen, dass frau nicht allein ist!!

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