Ein Vater ist ein Vater und eine Mutter ist eine Mutter

Auf science.orf.at erschien diese Woche ein Interview, über das ich mich hier kurz auslassen möchte. Aaron Salzer hat die Entwicklungspsychologin Barbara Supper interviewt, die in einem Forschungsprojekt unter anderem der Frage nachgeht, was einen guten Papa ausmacht. Beim Lesen habe ich mir mehrmals die Frage gestellt, wie absurd die Fragen und Antworten nicht ohnehin sind und wie lächerlich sie wären, würde eins „Vater“ gegen „Mutter“ im Text austauschen. Ich mache das mal zur Veranschaulichung für die letzte Frage des Interviews:

Nach dem aktuellen Wissenstand, was macht einen guten Papa aus?

Es ist nicht relevant, ob ein Vater täglich Zeit mit seinem Kind verbringt. Es ist viel wichtiger, auf welche Art und Weise die Interaktion verläuft. Es zählt die Qualität der Beziehung: Wenn ein Vater Zeit mit seinem Kind verbringt, dann sollte er ein toller Spielpartner sein, der sich auf das Kind einstellt und mit dem Kind etwas unternimmt. Wesentlich ist: wenn er da ist, dann ist er in seiner Rolle.

[Nach dem aktuellen Wissensstand, was macht eine gute Mutter aus?

Es ist nicht relevant, ob eine Mutter täglich Zeit mit ihrem Kind verbringt. Es ist viel wichtiger auf welche Art und Weise die Interaktion verläuft. Es zählt die Qualität der Beziehung: Wenn eine Mutter Zeit mit ihrem Kind verbringt, dann sollte sie eine tolle Spielpartnerin sein, die sich auf das Kind einstellt und mit dem Kind etwas unternimmt. Wesentlich ist: wenn sie da ist, dann ist sie in ihrer Rolle.]

Aber wir wissen ja, ein Vater ist ein Vater und ein Spielpartner und eine Mutter ist eine Mutter und keine Spielpartnerin. Ich werde versuchen daran zu denken, wenn ich das nächste Mal Zeit mit dem Kind verbringe.

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6 Gedanken zu “Ein Vater ist ein Vater und eine Mutter ist eine Mutter

  1. So klingt das dann, wenn die Frage danach gestellt wird, was eine gute Mutter ausmacht (Entwicklungspsychologin Liselotte Ahnert): „Um ein Kind als gute Mutter zu erziehen, muss sie auf das Kind eingehen, es immer wieder positiv bestärken und zwar nicht was sein Wissen, sondern was seine emotionale Entwicklung angeht. Dafür braucht sie Zeit, denn ein Kleinkind lernt nicht in der Quality Time zwischen 17 und 19 Uhr emotional stabil zu sein, sondern den ganzen Tag. Bei jeder neuen Herausforderung, sei dies nun ein Buntstift und ein Blatt Papier, die nächste Treppenstufe oder die selbst angezogenen Socken. Es sind die kleinen, die alltäglichen Dinge, die Mütter begleiten müssen, damit ein Kind sich in der Welt zurecht findet.“ (Interview: http://www.zeit.de/2011/19/Muetter-Interview-Ahnert)

  2. Oh ja, dieses Spiel spiele ich auch gerne (schon das Wort “Männerboxen”!). Es würde sich lohnen, dafür einen eigenen tumblr einzurichten.

  3. Für mich war ebenso u.a. diese Frage nicht auszuhalten, »Wird der Mann zu mehr Erziehungsaufgaben gedrängt?«
    Ich verstehe offen gestanden absolut nicht, was das immer soll. Selbst in freier Wildbahn ist es völlig normal, dass beide arbeiten und beide erziehen.

    • Oh, das gequarsche läuft im radio, im fernsehn und steht in zeitungen und zeitschriften, wenn das dann unreflektiert oder nicht immerwieder konsumiert wird, kommt es der allgemeinheit nicht nur aus den ohren, sondern auch zum mund wieder raus, immer gegenreden, immer wissenschaftlich belegen, anders sein als der rest, zeichen setzen!!!

  4. Pingback: Väter und die Wissenschaft | Jochen König

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