Montagspost 09.02.2015

Heute Nachmittag gab es für das Kind und mich (um dem Schneesturm zu entfliehen) einen Ausflug in die Bücherei. Die städtischen Büchereien in Wien sind ziemlich großartig. Es gibt Lesestoff für groß und klein, die Mietgliedschaft ist für Kinder und Jugendliche kostenlos und mensch kann sich dort nicht nur Bücher ausleihen sondern auch angenehm die Zeit vertreiben.

CC BY-NC-ND 2.0 by Steve Chilton via flickr

Was hat mich sonst so beschäftigt in der letzten Woche? In den Anschlägen gab es eine Kolumne zum Thema Elternsolidarität von Kristina Strauß-Botka, die mich nachdenklich stimmt. Elternsolidarität und Banden bilden klingt so großartig und ich bin die erste die sagt, bitte mehr davon! Aber, diese kleinfamiliären Strukturen bedingt auch durch die damit verbundenen Wohnformen (lebt eins nicht gerade in alternativen Gemeinschaftsprojekten) sind so schwer zu durchbrechen und es ist wirklich Arbeit hier neue Wege zu gehen. Wir versuchen es jedenfalls in kleinen Schritten, das Kindertauschen und sich gegenseitig helfen.

Letzte Woche erschien Getraud Klemms neuer Roman „Aberland“. Ich fand ihren ersten Roman „Herzmilch“ recht beeindruckend (auf umstandslos habe ich eine Rezension dazu geschrieben, für die, die Details interessieren) und ich bin gespannt auf den neuen Text, indem Mutterschaft wieder eine zentrale Rolle spielt. In einem Interview mit der taz hat sie allerdings ein paar Dinge gesagt, die mich skeptisch machen.

Zum Beispiel das hier:

Ist die 50/50-Aufteilung der Kindererziehung wirklich so unrealistisch, wie Sie es in „Aberland“ schildern?
Ich glaube einfach, dass die Bereitschaft, ernsthaft Geld zu verdienen, bei Männern hundertprozentig ist und bei Frauen vielleicht fünfzig Prozent. Die restlichen fünfzig Prozent sind Mama-Reserve. Das Bedürfnis, sich fortzupflanzen, zieht sich durch alles: Frauen wollen schön sein, sie wollen nicht träumen, keine Raketen steuern und nicht Geld verdienen müssen. Eigentlich müsste der Fortpflanzungsprozess mit dem Arbeitsprozess kompatibel sein.

Ähm tja, die mangelnden Bereitschaft von „den Frauen“ ist einfach an ganz vielem schuld. nicht.

Was sich letzte Woche auch entschieden hat: im Westen Österreichs wird es weiterhin keine Abtreibungen in öffentlichen Spitälern geben. Ein entsprechender Antrag der SPÖ im Vorarlberger Landtag wurde abgeleht, wie diestandard.at berichtet.

Sarah Diehls Buch „Die Uhr, die nicht tickt“ habe ich leider noch nicht gelesen. Auf ARD gibt es grad einen guten Beitrag mit ihr „Kinderlos glücklich?! – Von Frauen, die keine Mütter sein wollen„. Sehenswert!

Auf twitter musste ich mich diese Woche kurz über „Bubenmama“/“Mädchenmama“-Aussagen aufregen.

Es ist zwar nur logische Konsequenz, dass dem Elternsein ebenfalls unterschiedliche Sphären zugeschrieben werden, je nach dem welches Geschlecht das Kind hat. Es werden ja auch den Kindern teilweise ganz unterschiedliche Lebenswelten angedacht. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, wie weit das geht.

foto (c) CC BY-NC-ND 2.0 by Steve Chilton via flickr

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