23.02.2015

montagspostLetzte Woche habe ich auf umstandslos eine Nachlese zu der auch hier angekündigten Frauenhetzveranstaltung Muttersein dagegen sehr-Reflexionen zu mütterlichen Aufbrüchen geschrieben. Es war ein äußert spannender Abend und mit dem empfohlenen Lesestoff bin ich fürs nächste Jahr versorgt. Außerdem wurde ich dort auf einen Termin des Verbands feministischer Wissenschafterinnen aufmerksam. Am 17.4. hält Gerlinde Mauerer einen Vortrag mit dem Titel:
Mütter, Dinge, Widerstand und Eigensinn
im Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien www.depot.or.at

„Mütter werden gern dafür verantwortlich gemacht, eine Ordnung der Dinge herzustellen. Das wird im Vortrag hinsichtlich (über)mächtiger Eigenarten sowie zeit- und raumvernichtender Mechanismen beleuchtet: Der Handschuh, die Mikrowelle, das Handy sind Hauptgegenstände einer Analyse, in der mach-lose Aufgaben von Haben und Besorgen(-Müssen/-Wollen/-Sollen) und scheinbar ohnmächtige Positionen im Zirkulieren von Waren und Dingen feministisch-kritisch untersucht werden.“
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Leider gibt es auch nicht so schöne Dinge zu berichten. Frauenrechte und feministische Forderungen werden mal wieder mit Füßen getreten.

In Österreich werden Verhütungsmittel in Zukunft teurer, statt von der Krankenkasse übernommen zu werden. Wie derstandard.at berichtet, müssen Spiralen und Hormonimplantate seit 1. Jänner 2015 versteuert werden, d.h. sie kosten um 20 Prozent  mehr (es sei denn für den Gebrauch besteht eine therapeutische Notwendigkeit).

In Deutschland ist die freie Wahl des Geburtsortes in Gefahr, der Hebammenverband hat deshalb die Verhandlungen mit den Krankenkassen unterbrochen.

Die Krankenkassen wollen Hausgeburten künftig nur noch bezahlen, wenn keine Ausschlusskriterien vorliegen. Das Problem: Diese Kriterien sind bisher nicht wissenschaftlich belegt. Bei einigen, wie zum Beispiel der Terminüberschreitung, muss es Ermessensspielraum geben. Tatsächlich liegen die Hälfte aller Geburten nach dem errechneten Termin, ohne dass deshalb eine Gefahr für Mutter und Kind besteht. Zudem sollen Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanziert werden. So wird faktisch ein Großteil der Hausgeburten künftig als private Leistung definiert. Das schränkt die freie Wahl des Geburtsortes für Frauen und ihr Selbstbestimmungsrecht massiv ein (www.hebammenverband.de).

Themenwechsel: Heute war Patricia Archettes „Oscar-Rede“ in aller Munde und sie wurde auf vielen feministischen Seiten gefeiert. Es gibt aber auch berechtigte Kritik daran, die sich vor allem auf diesen Teil bezieht: „It’s time for all the women in America, and all the men that love women and all the gay people and all the people of color that we’ve all fought for to fight for us now.“ Andrea Grimes schreibt auf RH Realitiy Check (einer übrigens sehr empfehlenswerten Seite) warum Archettes Rede ein „Spectacular Intersectionality Fail“ ist. Lesenswert!

 

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