Eigentlich nur die Assistenten ihrer Frauen

Weil es hier gerade Thema war und ich diesen Text wirklich sehr, sehr lesenswert finde: Mikael Krogerus beschreibt in seinem Artikel Ich kann Kinder in Der Freitag was es für ihn bedeutet, als Vater die Hälfte der Haus- und Kinderarbeit zu übernehmen und nicht nur Assistent seiner Frau zu sein (via fuckermother).

Und tatsächlich schienen immer mehr zu „reduzieren“, aber ganz offensichtlich kamen sie viel besser klar als ich. Sie waren entspannt, litten sogar ein wenig an Langeweile und sehnten sich nach dem Job. Aber hey: Das klang nach einem prima Leben. Ich wurde neugierig. Aber bei genauerem Hinsehen waren es doch oft die Frauen, die die „Care-Arbeit“ leisteten, weil sie einfach immer wissen, wo der Impfausweis liegt. Die Männer wurden mit ein bisschen Hausarbeit gleich als emanzipierte Wunderkinder gefeiert. Sie teilten zwar die Kinderfürsorge, waren aber weiterhin der Ansicht, dass die Mutter für die Kleinen wichtiger ist. Die anderen Männer waren eigentlich nur die Assistenten ihrer Frauen.

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Das Leben im 3 Stunden Rhythmus: Stilldilemma Nr. 1

Was hat Stillen mit Feminismus zu tun? Die meisten Menschen würden wohl sagen „gar nichts“ oder wie Erna von der Mädchenmannschaft hier festgestellt hat – wenn frau stillt hat der Feminismus quasi Pause:

„Das Ende ist in Sicht und danach geht es wieder „feministisch“ weiter – wenn man so will.“

Mir fällt diese Abgrenzung nicht so leicht und ich versuche wieder einmal alles unter einen Hut zu kriegen, das Stillen und die feministische Lebenshaltung.

Angefangen hat ja alles schon viel früher. In der Schwangerschaft stand die Entscheidung für ein Elternkarenzmodell an. Der Mann und ich wollten uns die Zeit aufteilen und schnell war klar: wenn ich mich nicht von vornherein gegen das Stillen entscheide, gehören die ersten Monate mir. Gut, dachte ich damals, deshalb muss ich ja noch lange nicht meine schönen Vorstellungen von „equal parenting“ über Board werfen. Wir nehmen Elternzeit hintereinander (andere Kinderbetreuungsmodelle gibt es in Österreich ohnehin nicht) und verbringen seine Freizeit gemeinsam mit dem Kind. So ist es nun auch. Der Mann hat zusätzlich seine Stunden reduziert und das funktioniert alles soweit ganz gut.

Einziger Haken: ich kann nicht weg. Ich lebe im 3 Stunden Rhythmus und das macht mich bisweilen ziemlich unruhig und ich bin mitunter sehr eifersüchtig auf den Mann, weil er trotz Kind „frei“ sein kann. Ich kann nicht weg, das bedeutet ich kann nicht länger als 3 Stunden ohne Kind sein. Inklusive Fahrzeit kann ich mich also max. 1,5 Stunden irgendwo aufhalten.

Ich weiß, jetzt kommt die schöne Geschicht von der Freiheit, die eine Milchpumpe mit sich bringt. Doch was soll ich von dieser Freiheit halten? Zuerst ringt frau sich mühsam eine Portion Muttermilch ab und wenn sie dann weg ist, kämpft sie mit Milchüberschuss und drohendem Milchstau. Nicht gerade eine befreiende Lösung. Und dass es möglich ist Stillen und Berufstätigkeit zu vereinen, halte ich mittlerweile für einen Mythos. Oder könnt ihr euch diese Kollegin im Büro (oder an sonst einem Arbeitsplatz) vorstellen?

Mein Stilldilemma Nummer 1 ist deshalb: Stillen schränkt total ein, Abpumpen ist auch keine Lösung und Abstillen will ich (noch) nicht. Den nächsten Versuch den wir starten werden: Brust und Flaschennahrung. Bin gespannt wie das endet.

Fortsetzung meiner weiteren Stilldilemmata folgt.